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Christian Lindner will Sonderrentenzahlungen kürzen – Politik

Als die damalige schwarz-rote Bundesregierung 2018 ihre „doppelte Haltelinie“ für Renten einführte, wollte sie der Deutschen Rentenversicherung Extra-Zuschüsse aus der Staatskasse zukommen lassen, damit das Netto-Regelrentenniveau vor Steuern nicht unter 48 Prozent fällt . und der Beitragssatz soll nicht um 20 Prozent steigen. Dieses zusätzliche Geld soll von 2022 bis 2025 fließen, um die Rente zu stabilisieren. Doch wie die Neue Osnabrücker Zeitung aktuell berichtet, will Bundesfinanzminister Christian Lindner aus dieser Zuweisung 500 Millionen Euro streichen. So sieht es der Entwurf des aktuellen Bundeshaushalts vor.

Christian Lindner begründet diese Kürzung mit „Stall[n] Finanzlage “, wie im Haushaltsentwurf angegeben. Daher sei „der Bedarf an Sonderzahlungen des Bundes nicht mehr erforderlich.“ Wie diese Zuweisungen in den kommenden Jahren weitergehen, werde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden, sie seien aber auch kostenlos.

“Recht auf die Pensionskasse”

Die Kürzungen haben nun den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) alarmiert. Er warnte die Straßenkoalition davor, “in die Pensionskasse zu greifen”. DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel sagte gegenüber “NOZ”: “Bundesfinanzminister Christian Lindner will 500 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt für die Rentenversicherung streichen. Erledigt.”

Piel warnt, dass der Pensionskasse spätestens 2024 das Geld fehlt. Sie fordert SPD und Grüne auf, das Vorhaben von Christian Lindner zu stoppen: Mit einem solchen Schritt in die Rentenkasse setzt die Koalition Vertrauen und Alterssicherung aufs Spiel.

Forderung: Mindestreserve erhöhen

Stattdessen sollte der Bund die Mindestreserve in der Rentenversicherung wieder anheben, mahnt die Gewerkschaft. „Mehr Rücklagen würden – gerade in Krisen – die verlässliche Zahlung der gesetzlichen Renten garantieren. Die Koalition muss endlich handeln, statt die dringend notwendige Erhöhung zu verbuchen“, sagte Piel. Die Notreserve liegt derzeit bei 0,2 monatlichen Ausgaben – unter anderem hat die Versorgungskommission der letzten Bundesregierung geraten, diesen Nottopf zu erhöhen.

Doch Christian Lindner ist bereits von Geldnot geplagt: Die Folgen der Corona-Krise müssen noch abgefedert werden, auch im Ukraine-Krieg gibt es neue Belastungen. Im Kernhaushalt plant der Bund neue Schulden in Höhe von 99,7 Milliarden Euro. Auch der Verteidigungshaushalt wurde auf 50,3 Milliarden Euro aufgestockt. Hinzu kommen 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr, die als „Sondervermögen“ über mehrere Jahre ausgezahlt werden sollen.