Neben dem gezielten Einsatz habe sich die Corona-Pandemie laut Straub auch auf die Zahl der Verschreibungen von cannabishaltigen Präparaten ausgewirkt – schließlich gehe man in dieser Zeit seltener zum Arzt. Zwischen Mai 2018 und März 2020 waren es immer zwischen 400 und rund 540 Bewerbungen pro Monat. Seit April 2020 hat sich die Zahl bei rund 300 bis 400 Bewerbungen eingependelt.
Besonders viele Anträge wurden der Analyse zufolge im Saarland, Bayern und Berlin gestellt – hier waren es 410, 394 und 355 je 100.000 versicherte Barkeeper. Am geringsten war die Nachfrage in Sachsen mit 198 je 100.000 Versicherten. Zahlenmäßig wurden die meisten Kostenerstattungsanträge für cannabishaltige Zubereitungen in Bayern (4.682) zurückgezahlt, gefolgt von Nordrhein-Westfalen (4.587) und Baden-Württemberg (2.076).
Den hohen Stellenwert in Bayern erklärt Barmer auch damit, dass seit Mitte der 1990er Jahre an der Universität München geforscht wird. Inzwischen haben Ärzte gezielte Schulungen durchgeführt und Cannabis oft in die Behandlung von Menschen mit verschiedenen Krankheiten integriert. Dies könnte auch zu besser begründeten Genehmigungsanträgen als in anderen Regionen führen – und damit zu höheren Zustimmungsraten.
Der Analyse zufolge gab es zwischen März 2017 und November 2021 fast 174.000 Rezepte für cannabishaltige Präparate im Wert von rund 87 Millionen Euro. Darunter waren etwa 34.000 Rezepte von unverarbeiteten Cannabisblüten.
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