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Kommentar: Braunschweigische Kirche trennt sich von Domkantor | NDR.de – Nachrichten – Niedersachsen

Stand: 22.03.2022 15:14

Die Landeskirche trennt sich von ihrem Domkantor, weil sie eine Leihmutterschaft in Kolumbien plant. Ute Andres, Leiterin des NDR-Studios in Braunschweig, kommentierte die Entscheidung.

Ute Andres, Leiterin des NDR-Niedersachsenstudios in Braunschweig.

Wenn ich mich verletzt fühle und zur Polizei gehe – sie sagen, es sei noch nichts passiert, können wir nichts dagegen tun. Anders im Braunschweiger Dom: Er reagiert schon, wenn man nur einen Plan hat. In diesem Fall wurde der Domkantor gefangen genommen – ein schwuler Mann mit Kinderwunsch. Er und sein Mann hatten in Kolumbien eine Frau gefunden, die sich ihren Wunsch erfüllen wollte. Und sie ist noch nicht schwanger, die Samenspende ungenutzt.

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Das Projekt widerspreche den ethischen Grundsätzen der Kirche, heißt es. Das Büro wird seit 1999 genutzt. mehr

Es war ein Plan

Es war ein Plan. Vom Kantor selbst geblasen, vielleicht voller Freude im kleinen Kreis. Von anderen angerufen und jetzt entlassen. Was, wenn ein schwules Paar mit einer Leihmutter ein eigenes Kind bekommen soll? Lesbische Paare, jede Frau kann sich diesen Wunsch über eine Samenspenderbank erfüllen. Nur schwule Männer nicht – wenn sie für die Kirche arbeiten. Sie dürfen nicht einmal daran denken.

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In der Zwischenzeit sollte das Domamt seinen Plan aufgeben, eine Leihmutterschaft in Kolumbien einzusetzen. mehr

Der Braunschweiger Dom stellte den Domkantor Anfang März bis zur weiteren Arbeit frei, nachdem die Pläne bekannt wurden. Beide Seiten haben gesagt, dass die Mediation genutzt werden sollte, um einen Weg zu finden. Offenbar war dies nicht erfolgreich.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 22.03.2022 | 15:00 Uhr